Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Corona - ich krieg eine Krise...

Gemeinsam haben wir geschafft, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt. Um den Fortschritt nicht zu gefährden, ist es wichtig, sich nach der "AHA-Formel" zu richten:

  • Abstand
  • Hygiene
  • Alltagsmasken

So sorgen wir für möglichst viel Schutz bei möglichst viel Normalität. Unsere mentale Gesundheit ist dabei angespannt in dieser herausfordernden Zeit. Gerne haben wir deshalb ein paar Punkte zusammengestellt, die hier wichtig für mich sein könnten.

Setzen Sie sich selbst ein persönliches Limit bei Nachrichten rund um COVID-19. Ständiges Warten auf Neuigkeiten können die Sorgen verstärken, wir leben ja schon ein paar Monate mit dem Virus auf der Welt.

Eine Nachrichtenpause könnte Ihnen helfen auch einmal Abstand zu gewinnen. Lassen Sie auch andere Themen des Alltags zu. Verlassen Sie sich dabei nicht in erster Linie auf Nachrichten, die Sie über YouTube-Kanäle bekommen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk informiert Sie verlässlich und unaufgeregt.

Eine journalistische Grundregel ist, dass eine Nachricht immer von zwei verschiedenen und unabhängig voneinander existierenden Quellen bestätigt sein muss, bevor sie öffentlich gemacht wird. Die Quellen müssen auch jederzeit belegbar sein. Wenn Sie also Nachrichten überprüfen wollen, fragen Sie sich, ob Ihre Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen stammen? Falschinformationen schüren nicht nur die Verunsicherung und Angst. Sie verbreiten sich teilweise schneller als das Virus selbst – egal, ob die Falschmeldungen bewusst oder unbewusst gestreut wurden. Zu den verlässlichen internationalen Quellen zählen die WHO oder die Europäische Kommission. National sind es Quellen, wie das Robert-Koch-Institut, das Bundesgesundheitsministerium bzw. die Seiten des Landes Berlin. WhatsApp und YouTube meist keine seriösen Quellen!

Alles ist anders. Da ist es hilfreich, sich ab und zu Ruhe zu gönnen. Nehmen Sie sich immer wieder Zeit, um das Erlebte der letzten Wochen und Monate für sich zu verarbeiten und sich zu erholen. Selbstfürsorge bedeutet sich auf das zu konzentrieren, was man selbst in der Hand hat und beeinflussen kann (wie etwa angemessene Hygiene durch Händewaschen) statt auf das, was man nicht beeinflussen kann.

 

Soweit es geht, sollten Sie Ihren Alltag strukturieren und wie gewohnt weiterführen: Essen Sie gesund, schlafen Sie genug, machen Sie schöne Dinge – wie etwa ein neues Buch lesen oder Ihre Lieblingsmusik hören. Aktivitäten wie Spaziergänge, Meditation oder Fitness zu Hause können helfen, sich zu entspannen und wirken sich positiv auf Gedanken und Gefühle aus. Fitness-Videos und Meditationshilfen gibt es zahlreich.

Versuchen Sie, eine neue tägliche Routine zu entwickeln, die Ihre positive Einstellung in den Mittelpunkt stellt und diese Aktivitäten gezielt mit einfließen lässt. Die Mental Health Foundation empfiehlt beispielsweise, auch Chancen in der Situation zu sehen – zum Beispiel, dass man früher ins Bett geht und dadurch endlich mal wieder genug schläft. Weiten Sie das auch gerne auf die Mitglieder in Ihrer Familie aus.

Das “Social Distancing” im Frühjahr 2020 hat uns deutlich gezeigt, dass wir es schaffen könne, wenn wir uns selbst zurückhalten können. Es gibt heute viele digitale Möglichkeiten, mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben, denn regelmäßige Kontakte können Stress reduzieren.

Mit nahestehenden Menschen über Sorgen und Gefühle zu sprechen kann helfen, mit den Herausforderungen der aktuellen Situation besser umzugehen und gibt ein Gefühl von Sicherheit. Ebenso wichtig ist es, mit Familie und Freunden auch bewusst über andere Themen zu sprechen und sich so regelmäßig gedankliche Auszeiten von den aktuellen Geschehnissen zu verschaffen.

Viele Menschen fragen sich, was sie im Quarantänefall tun würden. Auch wenn die Vorstellung von Selbst-Quarantäne und der damit verbundenen Isolation erschrecken mag: Denken Sie daran, dass es nur eine temporäre Maßnahme ist! Auch diese Situation geht vorbei. Und: Außerdem wissen wir, warum wir das tun und erweisen mit der sozialen Isolation anderen insbesondere gefährdeten Menschen einen großen Dienst!

Vermutlich haben Sie plötzlich ungewöhnlich viel Zeit, da Sie nicht zur Arbeit gehen oder gewohnten Freizeitbeschäftigungen nachgehen können. Schaffen Sie sich eine Tagesstruktur und setzen Sie sich Ziele. Die Ziele sollten unter den gegebenen Umständen realistisch sein.

Bleiben Sie mit den Ihren in Kontakt! Gespräch und Austausch sind jetzt noch wichtiger als zuvor. Bitte Sie Familie und Freund*innen für Sie einkaufen zu gehen.

Bleiben Sie körperlich aktiv.

Bewahren Sie eine positive Grundhaltung und orientieren Sie sich an Ihren Grundwerten.

Auch Kinder brauchen Hilfe im Umgang mit Stress und Schutz. Nehmen Sie sich Zeit, mit Ihren Kindern über die Situation zu sprechen. Beantworten Sie ihre Fragen und erklären Sie Fakten über das Virus, die für Kinder verständlich sind. Reagieren Sie unterstützend, möglichst in Ruhe und haben Sie ein offenes Ohr für die Sorgen der Kinder. Und: geben Sie ihnen eine Extraportion Zuneigung, Aufmerksamkeit und Unterstützung!

Zeigen Sie den Kindern, dass sie in Sicherheit sind, aber auch, dass es okay ist, traurig zu sein. Zeigen Sie ihnen, wie Sie selbst positiv mit Stress umgehen, damit sie von Ihnen lernen können.

Wenn Sie vor der Herausforderung stehen Ihre Kinder im Homeschooling zu betreuen ist das nicht immer einfach. Während einige Eltern damit zu kämpfen haben, Arbeit und Wissensvermittlung unter einen Hut zu bringen, freuen sich andere über das Extra an gemeinsamer Zeit. Homeschooling kann und soll die Schule nicht ersetzen. Wenn es einmal eng werden sollte, stehen Ihnen auch die Schulpsychologen*innen gerne zur Seite.

Wenn die Überforderung zu groß wird und die mentale Krise aus eigener Kraft nicht zu überwinden ist, kann professionelle Unterstützung und Beratung notwendig werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Ängste vor dem Virus in den Griff zu bekommen, die eigene seelische Gesundheit und die von Freunden und Familie zu schützen und zu pflegen.

https://www.diakonie-portal.de/ich-suche-hilfe

https://www.caritas-berlin.de/beratungundhilfe/beratung-und-hilfe

 

Letzte Änderung am: 14.09.2020